4 Tipps für mehr Fokus in der Weiterbildung

Wussten Sie das? Wenn wir konzentriert an einer Aufgabe arbeiten, kostet uns eine Unterbrechung weit mehr als nur den Moment der Unterbrechung. Nach einer Ablenkung braucht unser Gehirn durchschnittlich 23 Minuten, um wieder das ursprüngliche Konzentrationsniveau zu erreichen.

Neuere Studien weisen auf eine oft übersehene Tatsache hin: Die Hälfte dieser Unterbrechungen kommt gar nicht von aussen — wir verursachen sie selbst. Oft greifen wir zum Smartphone oder wechseln die Aufgabe, um einem inneren Unbehagen auszuweichen — Langeweile, Frust, Anspannung, Stress. Die Lösung? Unser direktes Arbeitsumfeld bewusst umgestalten.

4 Regeln für ein ruhigeres Arbeitsumfeld

Regel 1: Räumliche Distanz zum Smartphone

Das Problem

Solange das Smartphone in Griffnähe liegt, weiss unser Gehirn, dass es einen „Notausgang“ gibt. Allein seine Anwesenheit reicht, um ein ständiges Ablenkungspotenzial zu schaffen.

Die Lösung

Für jede konzentrierte Arbeitsphase gilt: Das Telefon gehört nicht auf den Schreibtisch — auch nicht im Lautlos-Modus. Legen Sie es in einen anderen Raum oder in eine Tasche. Nur die räumliche Distanz schützt zuverlässig vor dem Impuls, kurz aufs Handy zu schauen.

Regel 2: Kommunikation bündeln

Das Problem

E-Mails und Nachrichten laufend zu beantworten, zersplittert die Konzentration und erzeugt einen sogenannten Aufmerksamkeitsrückstand (ein Konzept von Sophie Leroy, siehe Quellen). Dieser Rückstand reduziert die Leistungsfähigkeit pro Aufgabe auf 60 bis 70 Prozent. Multitasking ist und bleibt ein Mythos.

Die Lösung

Schauen Sie Ihre Nachrichten — E-Mails, WhatsApp, Teams — nur zu zwei bis drei festen Zeitfenstern am Tag (zum Beispiel morgens, mittags und am späten Nachmittag). Ausserhalb dieser Zeiten bleiben die Apps geschlossen und die Benachrichtigungen aus.

Regel 3: Kurze Übergangspause zwischen zwei Aufgaben

Das Problem

Wer ohne Pause von einer Aufgabe zur nächsten springt, nimmt einen Teil der Aufmerksamkeit mit. Dieses Phänomen heisst Restaufmerksamkeit — der Kopf hängt noch am vorherigen Thema fest.

Die Lösung

Machen Sie vor jedem Aufgabenwechsel eine Pause von 60 Sekunden. Stehen Sie kurz auf, atmen Sie durch, oder formulieren Sie in einem Satz die Absicht der nächsten Aufgabe: „Jetzt wechsle ich zu X, und mein Ziel ist Y.“ Diese kleine Pause ermöglicht es, den Kopf frei zu bekommen und zu verhindern, dass man die vorherige Ablenkung in die neue Aufgabe mitnimmt.

Regel 4: Die Ein-Tab-Regel

Das Problem

Viele offene Tabs bedeuten für das Gehirn viele parallele Optionen. Bei dieser Reizüberflutung greift es instinktiv zur einfachsten Aufgabe — nicht zur wichtigsten.

Die Lösung

Lassen Sie immer nur einen Tab für die aktuelle Aufgabe offen. Falls Sie eine Information nachschlagen müssen, notieren Sie sich den Suchbegriff für später — aber öffnen Sie den neuen Tab nicht sofort. Ein aufgeräumter Bildschirm reduziert Versuchungen.

Konzentration ist also nicht nur ein Muskel, den man trainiert — sie ist auch ein Umfeld, das man bewusst gestaltet. Das gilt in der Arbeit genauso wie in der Weiterbildung. Wer äussere Störquellen ausschaltet (Smartphone, Benachrichtigungen) und lernt, innere Impulse zu erkennen (Unbehagen, Langeweile), gewinnt automatisch wertvolle Minuten fokussierter Arbeit zurück.

Virginie Borralho
Koordinatorin Kommunikation und Marketing bei der BFB Weiterbildung

Quellen für diesen Artikel

  • Attention Span: A Groundbreaking Way to Restore Balance, Happiness and Productivity. Hanover Square Press (Gloria Mark – 2023)
  • Why is it so hard to do my work? The challenge of attention residue when switching between work tasks. Organizational Behavior and Human Decision Processes (Sophie Leroy, 2009)
  • Indistractable: How to Control Your Attention and Choose Your Life. (2019)
  • Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World (2016)

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